Als Chondroprotektiva werden allgemein Stoffe zur Unterstützung der Gelenke bezeichnet. Besonders bekannte Vertreter sind Kollagene, Glykosaminoglykane (GAGs), Glukosamin, Chondroitinsulfat und Grünlippmuschelextrakte, die Verwendung bei Arthritis und degenerativen Gelenkserkrankungen sowie bei älteren Tieren zur Aufrechterhaltung der Beweglichkeit finden. In zahlreiche Studien wurden diese untersucht, allein oder in unterschiedlichen Kombinationen. Die Ergebnisse sind entsprechend vielfältig und eine positive Wirkung konnte bereits mehrfach gezeigt werden. Dennoch besteht weiterer Forschungsbedarf, insbesondere zu den genauen Wirkmechanismen, Stoffwechselwegen und Dosierungen.

Kollagenhydrolysate/-peptide liefern die Aminosäuren Glyzin, Prolin und Hydroxyprolin, die zur Knorpelbausubstanz gehören. Auch GAGs sind Bestandteile von Knorpel, Haut und Bändern. Sie sollen den Abbau von Proteoglykanen (Knorpel) reduzieren, die Synthese und Aktivität abbauender Enzyme sowie von Entzündungsmediatoren hemmen und zur Knorpelregeneration beitragen. Sie sind in Knorpelgewebe und chitinreichen Panzern von Schalentieren (z.B. Garnelen) enthalten.

Chondroitinsulfat ist zusammen mit Glukosamin eine Vorstufe der GAG und wird meist aus Knorpelgewebe von Rind, Huhn oder Schwein, sowie aus Grünlippmuscheln und Algen gewonnen. Chondroitinsulfat stimuliert u.a. die GAG Produktion und Kollagensynthese, hemmt histaminvermittelte Entzündungen und reduziert die Produktion bestimmter Entzündungsmediatoren.

Die neuseeländische Grünnlippmuschel (Perna canaliculus) enthält neben Chondroitin und Glukosamin auch einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren (v.a. EPA und DHA). Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 liegt bei 1:10. Außerdem enthält das Fleisch antioxidativ wirkende Spurenelemente und Vitamine: Zink, Kupfer, Selen, Mangan, Vitamin C und Vitamin E. Sie wird meist in Form eines Extraktes aus dem Fleisch der Muscheln verwendet.

Interessant ist der historische Hintergrund dieser Muscheln. So waren sie ein fester Nahrungsbestandteil der neuseeländischen Ureinwohner, der Maori. Im Gegensatz zu der im Landesinneren lebenden Bevölkerung litten die Maoris so gut wie gar nie an Arthrose. Das weckte Anfang der 70er Jahre das Interesse der Forscher und sie entdeckten, dass die Muscheln nicht nur entzündungshemmende Eigenschaften haben, sondern auch Nährstoffe enthalten, welche die Gesundheit der Gelenke fördert. Auch bei Hunden konnte die klinische Wirksamkeit in mehreren Studien gezeigt werden (z.B. Bui & Bierer 2002, Bierer & Bui 2003, Pollard et al. 2005, Servet et al. 2006, Aragon et al. 2007, Rialland et al. 2013).

 

Produkte zur Unterstützung der Gelenke finden Sie auch in unserem Shop.