Ballaststoffe und Präbiotika gehören zu den pflanzlichen Faserstoffen. Hierbei handelt es sich um die Strukturelemente der Pflanzen, genauer gesagt um die Zellwandbestandteile (Rohfaserfraktion). Zu Ihnen zählen vor allem Zellulosen, Hemizellulosen und Pektine, die aufgrund der β-glykosidischen Bindung nur von den Mikroorganismen (Bakterien) der Darmflora abgebaut werden können. Die Endprodukte dabei sind Laktat, kurzkettige Fettsäuren (Essigsäure, Buttersäure, Propionsäure), CO2 und Methan. Die Geschwindigkeit des Abbauprozesses ist abhängig vom Fasertyp, und man unterscheidet zwischen langsam und schnell fermentierbaren Fasern. Zellulose und Flohsamenschalen z.B. werden bei Hund und Katze so gut wie gar nicht fermentiert (aufgrund der kürzeren Darmpassage im Vergleich zu Pflanzenfressern) und finden daher vorwiegend Verwendung als Ballaststoff. Sie regen also in erster Linie die Darmfunktion an und sind gute Sattmacher. Darüber hinaus haben sie eine hohe Wasserbindungskapazität und tragen dadurch zur Verbesserung der Kotkonsistenz bei.

Zellulose und indische Flohsamen (Psyllium) können auch symptomatisch bei Verstopfungen, Durchfallerkrankungen oder schlechter Kotkonsistenz (z.B. bei Colon irritabile) eingesetzt werden kann. Dies gilt gleichermaßen für Fertigfutter als auch für hausgemachte Rationen. Auch als Ergänzung zu ballaststoffarmen Rationen, z.B. Eliminationsdiäten, sind beide hervorragend geeignet. Zellulose und Flohsamen sind nehazu geschmacks- und geruchsneutral und können in einer täglichen Dosierung von 0,5 – 1 g/kg KG eingesetzt werden. Die Menge sollte anfangs langsam gesteigert und gleichmäßig auf die einzelnen Mahlzeiten verteilt werden, um der Darmflora Zeit zur Gewöhnung zu geben. Je nach Menge kann sich die Kotmenge erhöhen.  Zellulose kann direkt ins feuchte Futter oder mit etwas Wasser angemischt werden, Flohsamen sollten in jedem Fall mit ausreichend Flüssigkeit vorgequollen werden.

Pektine, Fructo- und Mannan-Oligosaccharide (FOS, MOS), Inulin gehören zu den schnell fermentierbaren Fasern und übernehmen daher vorwiegend eine Funktion als Nährstoff für die guten Darmbakterien (= Präbiotikum) oder dienen der Ansäuerung des Darmbreis zur Verminderung der Ammoniakbelastung in der Leberdiätetik. Die bei der Fermentation (Vergärung) entstehende Buttersäure ist zu dem Hauptenergiequelle für die Zellen der Darmschleimhaut.

Natürlicherweise sind Präbiotika vor allem in verschiedenen Pflanzen enthalten, beispielsweise in Äpfeln, Möhren, Chicoree, Bananen, Trestern, Sojaschalen oder Rübenschnitzel, die neben FOS und MOS häufig Verwendung in Fertigfuttermitteln eingesetzt werden.

Präbiotika werden nur durch die „guten“ Bakterien = Probiotika (z.B. Bacteroides, Bifidobakterien, Laktobazillen, Streptococcus faecalis) abgebaut, während die „bösen“ Bakterien sie nur schlecht verstoffwechseln (z.B. Staphylococcus aureus, E. coli) oder sogar überhaupt nicht (z.B. Proteus ssp., Salmonellen, Shigellen). Als Dosierung sind täglich 0,5 – 1 g pro Kilo Körpergewicht zu empfehlen. Auch hier sollte die Menge anfangs langsam gesteigert und auf die Mahlzeiten verteilt werden.

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