Nachfolgend geben wir Ihnen eine Übersicht der wichtigsten giftigen Futtermittel sowie deren toxische Dosis und die typischen Vergiftungssymptome.

Zusätzlich können Sie sich auch in der Giftdatenbank der Universität Zürich informieren, welche Futtermittel und Pflanzen für Hunde und Katzen giftig sind. Der Zugang ist kostenlos.

Weintrauben und Rosinen

Weintrauben sowie deren Produkte (Rosinen, Korinthen, Sultaninen, Traubentrester) können innerhalb kurzer Zeit zu schweren Vergiftungen mit akutem Nierenversagen und sogar zum Tod führen. Warum das so ist und was genau die Vergiftung verursacht, ist nach wie vor nicht genau bekannt. Es ist nicht jeder Hund betroffen und auch hier weiß man nicht warum.

Bereits 10–30 g Weintrauben/kg KG bzw. 3 g Rosinen/kg KG können ausreichen. Für einen 5 kg schweren Hund entspräche dies 10–30 Trauben und 40–120 Trauben für einen 20 kg Hund.

Trester sind die Schalenreste aus der Saftherstellung. Diese sind gelegentlich in Futtermitteln für Hunde zu finden. Zwar wurde bislang über keine Vergiftungsfälle nach der Aufnahme andere Traubenprodukte wie Säfte, Öle oder Extrakte berichtet, persönlich würde ich jedoch vorsichtshalber alle Produkte aus Trauben vermeiden.

Knoblauch und Zwiebelgewächse

Eine Aufnahme von Zwiebel- und Lauchgewächsen führt typischerweise zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und in dem Zusammenhang zu einer verstärkten Atmung und Herzrasen. Weitere Symptome sind Fressunlust, Erbrechen und Durchfall.

Zu den Zwiebel- und Lauchgewächsen zählen auch Knoblauch, Bärlauch, Lauch, Schnittlauch und Schalotten. Vor allem Lauch und Knoblauch sind häufiger in Gemüseflocken für Hunde zu finden, aber auch immer noch in manchen Fertigfuttermitteln zu finden.

Die genaue toxische Dosis ist nicht bekannt. Als maximale mittlere Tagesdosis werden 4 g Knoblauch pro Tier und 5–10 g Zwiebeln/kg KG angegeben. Eine ganze Knolle frischer Knoblauch und eine mittelgroße Zwiebel könnten bei einem 10 kg schweren bereits Hund ausreichen, um Vergiftungserscheinungen auszulösen.

Schokolade

Das in Schokolade enthaltene Theobromin führt bei Hunden zu schweren Vergiftungen, die tödlich enden können. Die Tiere zeigen vorwiegend Unruhe, verstärkte Atmung, Herzrhythmusstörungen, Fieber, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Symptome treten bereits bei einer Aufnahme von 20 mg/kg KG auf, lebensbedrohlich wird es bei 60 mg/kg KG. Die tödliche Dosis liegt zwischen 100–250 mg/kg KG. Je dunkler die Schokolade, desto mehr Theobromin ist enthalten. 30 g Kochschokolade können für einen 5 kg schweren Hund bereits tödlich sein und eine halbe Tafel Zartbitterschokolade für einen 10 kg schweren Hund.

Koffein

Koffein ist enthalten in Kaffee, Tee, Kakaoprodukten (Schokolade), Guarana und vielen Energydrinks (z.B. Cola). Die Symptome sind ähnlich wie bei der Aufnahme von Schokolade, es kann zum Tod durch Herz- oder Atemstillstand kommen. Die Koffeingehalte schwanken je nach Kaffeesorte und Zubereitung. Im Schnitt enthält Kaffee zwischen 60 und 100 mg Koffein pro 100 ml, schwarzer Tee liegt in etwa bei der Hälfte (35 mg/100 ml).

Eine Aufnahme von 110 mg/kg KG gilt als tödlich, ab 60 mg/kg KG kann es bereits lebensbedrohlich sein. 

Macadamianüsse

Die Aufnahme von Macadamianüssen führt neben Fieber und Erbrechen typischerweise zu Lähmungserscheinungen v.a. an den Hinterbeinen. Die Tiere erholen sich meist innerhalb von 24–48 Stunden spontan und vollständig.

Das auslösende Gift ist unbekannt, wie auch die genaue toxische Dosis. Die Spannbreite liegt zwischen 0,7 und 62 g/kg KG. 10 Macadamianüsse wiegen 30 g, d.h. bei einem 15 kg schweren Hund können nach der unteren Grenze bereits 4 Nüsse zu Vergiftungssymptomen führen. Die Spanne reicht allerdings von 4 Nüssen bis ca. 300 Nüssen.

Xylit

Xylit (= Xylitol) wird nicht nur als Zuckeraustauschstoff  (Süßstoff) verwendet, sondern ist aufgrund seiner kariesvorbeugenden Wirkung und seines kühlenden Effekts auf der Zunge auch in Zahnpasta, Kaugummi und Bonbons zu finden. Ein zuckerfreier Kaugummi kann 0,3 g Xylit enthalten. Als Birkenzucker findet Xylit auch zunehmend Verwendung in der Küche für Kuchen und Gebäck.

Die toxische Dosis für Hunde liegt zwischen 0,15–16 g Xylit/kg Körpergewicht. Es scheint keinen Zusammenhang zwischen der aufgenommen Menge und der Schwere der Symptome zu geben.

Die Hunde zeigen Anzeichen einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) und sind matt bis bewusstlos. Sie können krampfen, erbrechen, aus der Nase bluten und Blut im Stuhl haben. Die Leber wird stark angegriffen, Todesfälle durch Leberversagen sind keine Seltenheit.

Bereits ab einer Aufnahme von 0,1 g Xylit/kg Körpergewicht sollten die Tiere stationär aufgenommen und der Blutzuckerspiegel sowie die Leberenzyme streng überwacht werden.

Avocados

Das in Avocados enthaltene Persin verursacht bei vielen Tierarten, insbesondere bei Pflanzenfressern, Herzprobleme und Schäden am Herzmuskel. Beim Hund wird dies ebenso vermutet.

Außerdem wurde bei Hunden über Verdauungsprobleme und akute Bauchspeicheldrüsenentzündungen berichtet. Letzteres steht vermutlich in Zusammenhang mit dem hohen Fettgehalt von Avocados.