Kräuter liegen sehr im Trend und werden sowohl ergänzend in Frischrationen als auch immer mehr in Fertigfuttern eingesetzt, um den Produkten einen naturnäheren Charakter zu verleihen. Der Einsatz ist dabei leider oft kritiklos, vermutlich weil natürliche Kräuter vermeintlich nicht schaden können. Es wird oft suggeriert, dass natürliche Kräuter die Gesundheit fördern. Bei Hunden und Katzen gibt es hierzu kaum Belege. Außerdem sollte man bedenken, dass Hunde und Katzen manche Substanzen ganz anders verstoffwechseln als wir. Zum Beispiel können Schokolade oder Weintrauben für Hunde tödlich enden.

Häufig finden sich in Kräuterpräparaten auch Heilkräuter oder Kräuter mit ätherischen Ölen, nicht selten auch giftige Kräuter. Manche Kräuter haben also durchaus pharmakologische Wirkung und bürgen nicht zwangsläufig weniger Risiken und Nebenwirkungen als Arzneimittel. Vor allem bei dauerhafter Gabe kann eine „natürliche Ergänzung“ durchaus einer Dauermedikation gleichen.  Gegen normale Küchenkräuter ist jedoch nichts einzuwenden.

TIPP: In der Giftdatenbank der Universität Zürich können Sie nachsehen, welche Pflanzen giftig sind. Der Zugang ist kostenlos.

Die neuseeländische Grünlippmuschel (Perna canaliculus) war ein fester Nahrungsbestandteil der der Maori, der neuseeländischen Ureinwohner. Im Gegensatz zu der im Landesinneren lebenden Bevölkerung litten die Maoris so gut wie gar nie an Arthrose. Das weckte Anfang der 70er Jahre das Interesse der Forscher und sie entdeckten,  dass die Muscheln nicht nur entzündungshemmende Eigenschaften haben, sondern auch Nährstoffe enthalten, welche die Gesundheit der Gelenke fördert.

Das Muschelfleisch enthält einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren (v.a. EPA und DHA). Das Verhältnis von n6 zu n3 liegt bei 1:10. Außerdem enthält das Fleisch Chondroitin und Glukosamin, sowie antioxidativ wirkende Spurenelemente Zink, Kupfer und Selen. Die klinische Wirksamkeit konnte bei Hunden mittlerweile in mehreren Studien gezeigt werden (z.B. Bui & Bierer 2002, Bierer & Bui 2003, Pollard et al. 2005, Servet et al. 2006, Aragon et al. 2007, Rialland et al. 2013).

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